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Inventionen und Sinfonien

Komponist: Bach Johann Sebastian

Tags: Erfindung Sinfonia

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Wikipedia
Die Inventionen und Sinfonien sind eine Sammlung von 30 polyphonen Sätzen für Tasteninstrument (z. B. Clavichord oder Cembalo) von Johann Sebastian Bach, bestehend aus 15 zweistimmigen „Inventionen“ (BWV 772–786) und 15 dreistimmigen „Sinfonien“ (BWV 787–801). Manchmal wird auch die Bezeichnung „Zwei- und dreistimmige Inventionen“ verwendet (lateinisch inventio = „Erfindung“). Der Originaltitel lautet „Auffrichtige Anleitung“.
Ursprünglich waren die zweistimmigen Stücke „Praeambulum“ und die dreistimmigen „Fantasia“ betitelt; sie waren Teil des Klavierbüchleins für Wilhelm Friedemann Bach von 1720. 1723 schrieb Bach sie noch einmal in Reinschrift ab – in einer neuen Anordnung und mit dem neuen Titel, mit zahlreichen zusätzlichen Verzierungen und wenigen Korrekturen bzw. rhythmischen Änderungen. Daneben existieren noch zwei Abschriften, die eines unbekannten Bachschülers wohl um 1723, und eine Abschrift von Heinrich Nikolaus Gerber von 1725. Beide weisen eine reichhaltige Ornamentierung auf.
In seiner Reinschrift von 1723 ordnete Bach die Inventionen und Sinfonien aufsteigend nach Tonarten. In den zu jener Zeit ungebräuchlichen Tonarten liegen im Gegensatz zum „Wohltemperierten Klavier“ keine Stücke vor.
Die Inventionen und Sinfonien sind nicht nur gelegentlich gespielte Stücke, sondern hauptsächlich Übungswerk für Spieler und modellhafte Anweisung zum Komponieren; weiter auch Beiträge zu einer Philosophie der Musik. Sie enthalten zahlreiche Beispiele kontrapunktischer Kompositionsweise.
Bach stellte der Niederschrift von 1723 den folgenden Titel als „Gebrauchsanweisung“ voran. Die kursive Schrift entspricht Bachs deutscher Kurrentschrift:
Bach hat sonst nur ganz wenige durchgängig zweistimmige Werke für Tasteninstrumente geschrieben. In seiner Clavierübung Teil III veröffentlichte er 1739 vier Sätze, die er mit „Duett“ überschrieb, und die einen wesentlich größeren Umfang als die Inventionen haben und sich auch kompositorisch deutlich von diesen absetzen – sie sind geprägt durch hochentwickelte kontrapunktische Technik mit häufigen Engführungen und Umkehrungen, andererseits auch durch große harmonische Kühnheit mit viel Chromatik. In ganz ähnlicher Form fügte er den vierzehn Contrapuncti der Kunst der Fuge vier strenge zweistimmige Kanons bei, die einen virtuosen Spieler verlangen.
Zwei rein zweistimmige Sätze, die von ferne an eine Invention erinnern und deren durchgängige Kontrapunktik häufig zu kanonischen Passagen gerinnt, die aber ebenso schnell wieder aufgegeben werden, sind die Fantasia sur un Rondeau c-Moll BWV 918 sowie der ebenfalls als Fantasia bezeichnete Eingangssatz der Partita 3 a-Moll BWV 827. Die e-Moll-Fuge BWV 855 aus dem ersten Band des Wohltemperierten Klaviers stellt wohl das einzige Beispiel einer zweistimmigen Fuge dar.